Anreise

Es ist Montagnachmittag den 10. April 2017, das Datum steht dick rot angestrichen in meiner Agenda- heute gilt es zu packen und ein weiteres LSO Tournee- Abenteuer in Angriff zu nehmen: Die Reise nach Bogota!

Südamerika hat mich schon immer gereizt mit seiner Lebendigkeit, dem Spanisch, der Salsa- Musik, den exotischen Früchten und Riesenmetropolen. Eine solche werden wir nun also bereisen, für mich zum ersten Mal. Die Geschichten über Drogen und Kriminalität beunruhigen mich zum Glück wenig, bisher wurde vor den Reisen immer viel gewarnt und die tatsächliche Situation kam mir nie allzu bedrohlich vor. Natürlich sollte man sich an gewisse Regeln halten, aber es wäre doch schade, sich das Leben zu vergällen durch zu viel Angst und Schauergeschichten.

Nun aber ans Packen; die Wetterprognosen sehen nicht allzu rosig aus:

bogota-wetterbericht

Also heisst es Regenjacke, Goretex- Schuhe und Merino- Unterwäsche einzupacken.
Zum Glück ist alles schnell parat und so mache ich mich gegen Abend auf Richtung Flughafen. Da der Flug Richtung Amsterdam am Dienstagmorgen schon um 07.00 losgeht, sind für uns im Swissôtel Oerlikon am Montagabend Zimmer gebucht. So ist das Aufstehen am Reisetag zwar immer noch unmenschlich früh um 04.45, aber das weiche Bett entschädigt für vieles.

Zweimal mit den Augen Klimpern und schon landen wir in Amsterdam. Der kurze Flug war spannend für mich; oft ergibt es sich, dass man im Flieger neben Kollegen sitzt, mit denen man sonst eher selten zu tun hat. Mich wieder einmal mit Nenad Milos angeregt zu unterhalten hat mich sehr erfreut.

In Amsterdam verläuft das Umsteigen reibungslos und schnell, irgendwo wird kurzzeitig zwar ein Pass vermisst, der findet sich dann aber doch wieder, alle Beteiligten atmen auf und steigen in den neuen Flugzeugtyp Dreamliner der KLM. Ich bin froh, wird meine Geige sicher in den Instrumentenkisten transportiert, die bereits am Freitagabend bepackt worden sind. Im Falle Kolumbien ist es eher ungewöhnlich, wie viel Zeit für den Instrumententransport berechnet wird, kommen die klimatisierten, gepolsterten Kisten doch erst wieder am Dienstag 18.04.2017, also zwei Tage nach uns, in Luzern an. Na, Hauptsache alles klappt und wir sehen unsere „Schätze“ rechtzeitig und unbeschadet im Konzertsaal in Bogota und später daheim in Luzern wieder. Bisher hat das immer hervorragend geklappt.

Im Flieger erstummt bald das Geplapper über die bevorstehenden Tage in Bogota, die Handys, womit noch die letzten Abschiedsworte an Daheimgebliebe geschickt worden sind, verschwinden in den Taschen, die Sorgen ob dem gigantischen Pensum Musik, das auf uns wartet, dürfen ruhen und man lehnt sich zurück für gute 10 Stunden über den Wolken.

bogota-flug

Simone Mafioletti (Posaunist) schiesst dieses wunderschöne Bild durch die getönten Scheiben des modernen Fliegers ungefähr über der Dominikanischen Republik, es regt zum Träumen an, ob es da vielleicht nen netten Freiluft- Konzertsaal gäbe?

Ankunft und Einreise in Bogota verlaufen reibungslos, wir scheinen vertrauenswürdig zu wirken und werden schnell in die Reisebusse verfrachtet der uns ins luxuriöse Hotel Estelar bringt. Der erste Eindruck der Riesenmetropole Bogota ist durchaus positiv, das Stadtbild wirkt gepflegt und die kleinen Stände überall an den Strassen einladend.

Die Zimmer sind bezugsbereit und es ist alles wunderbar vorbereitet für ein blitzschnelles Check- in. Ich habe das Glück, dass der Concierge sich meinem Koffer annimmt und mich zu einem versteckten Lift führt, wo keine Kollegn warten. So bin ich im Nu auf dem grossen, ruhigen Zimmer. Ich fühle mich sogleich wohl. Viel Zeit werde ich allerdings hier nicht verbringen, die Tour ist intensiv und ich will auch etwas von der Stadt sehen. Sogleich geht es los; Antje und ich haben uns zum Ankunftsjogging verabredet. Direkt hinter dem Hotel befindet sich eine grosse Polowiese, wunderbar zum Runden drehen! Wir fühlen uns sicher und kämpfen uns durch den lauen Nieselregen, die Höhe, Bogota liegt doch immerhin auf 2600m.ü.M. und der Jetlag machen uns zugegebenermassen etwas zu schaffen; das Abendessen haben wir uns aber auf alle Fälle verdient!

bogota-joggen

Nach dem reichhaltigen Mal im Hotel verschwinden wir bald auf den Zimmern, der Körper lechzt nach Schlaf! Mit erwartungsvoller Vorfreude auf die kommenden Tage in Kolumbien entschlummere ich sofort ins Land der Träume…
(Christina Gallati, 1. Violine)