Stand Sommer 2017

Der Bau eines eigenen Probenhauses für das Luzerner Sinfonieorchester ist seit langem ein strategisches Hauptziel des Trägervereins Luzerner Sinfonieorchester, dem sowohl künstlerisch wie auch logistisch eine grosse Bedeutung zukommt.

Durch seinen Status als Residenzorchester im KKL Luzern spielt das Luzerner Sinfonieorchester in einem der weltbesten Konzertsäle. Allerdings verfügen weder das KKL Luzern noch das Luzerner Theater über einen räumlich und qualitativ geeigneten Proberaum. Der Konzertsaal im KKL Luzern wiederum ist für Proben zu teuer und aufgrund der grossen Auslastung nicht verfügbar. Neben dem Grundbedürfnis eines qualitativ guten Orchester-Probenraums, können in einem eigenen Haus zentrale Aktivitäten entwickelt werden, die heute nur unter schwierigen Raumbedingungen durchgeführt werden müssen. Das eigene Haus soll auch zum Zentrum der Kinder- und Jugendprojekte werden. In einer ständigen Bleibe kann das Ambiente Zielgruppen gerecht ausgestaltet werden. Ebenso werden im Haus Probenmöglichkeiten für die Musiker und ihre Kammermusik-Ensembles vorhanden sein. So entfällt eine grosse Problematik für die Musiker, denn heute haben sie nur mangelhafte Möglichkeiten zum Proben. Das Haus für das Luzerner Sinfonieorchester verbindet all diese Bedürfnisse. Es wird das Arbeits- und Kreativzentrum. Es wird die eigentliche Heimatstätte des Orchesters und fördert dadurch die Identifikation mit dem Orchester. Nach aussen erhält die Institution ein Gesicht! Mannigfaltige Nutzung: Hauptnutzer ist das Luzerner Sinfonieorchester. Daneben soll das Haus auch von anderen Institutionen aus dem Luzerner Musikleben genutzt werden können. Mit dem «Blasorchester Stadtmusik Luzern» werden bereits entsprechende Gespräche geführt.

Die Möglichkeit, das Haus für das Luzerner Sinfonieorchester auf dem Südpol-Areal zu erstellen, birgt interessante Synergien. Dort entsteht in der nächsten Zeit neben der schon vorhandenen Musikschule sowie dem Kulturzentrum Südpol auch die neue Musikhochschule. Zusammen mit den dort untergebrachten Räumlichkeiten des Luzerner Theaters entsteht so ein Musikcampus, auf denen alle Generationen ein- und ausgehen: Kinder begegnen Jugendlichen; Studierende treffen auf berufsschaffende Musiker. Diese Chance wollen wir packen und den Traum zur Erfüllung bringen.

Die Bauherrschaft und Eigentümerschaft wird von der Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester übernommen. Die Baukosten werden mit rund CHF 8 Mio veranschlagt. Dazu kommen die Einrichtungskosten sowie die Einrichtung eines Fonds zur Erneuerung und Betriebsfinanzierung.

Zur Baufinanzierung:

Das Probenhaus-Projekt beeinträchtigt in keiner Weise die Finanzierung des Luzerner Sinfonieorchesters. Die Mittel dazu stammen nicht aus den bestehenden öffentlichen Subventionen für das Orchester. Die Rechnung des Trägervereins Luzerner Sinfonieorchester wird durch den Bau ebenfalls nicht belastet.
Das Probenhaus und Zentrum für Kinder- Jugendprojekte des Luzerner Sinfonieorchesters soll grossmehrheitlich von privaten Geldgebern finanziert werden. Die Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester und weitere Mäzene und Stiftungen engagieren sich in erster Linie dafür. Die Geldsuche verläuft bis dato erfreulich. Zudem findet ein Benefizkonzert statt, wo die Freunde und Abonnenten des Orchesters ebenso wie die Bevölkerung mitwirken können nach dem Motto «Jeder Sitzplatz ermöglicht einen Baustein». Diese Aktion wird an ein Crowdfunding gekoppelt.

Zur Betriebsfinanzierung:

Die Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester verpflichtet sich, einen Teil der Betriebskosten zu übernehmen, so dass dem Trägerverein Luzerner Sinfonieorchester wie auch der öffentlichen Hand keine Kosten in Bezug auf den Betrieb des Probenhauses anfallen. Der Rest der Betriebskosten wird durch Vermietungen an den Trägerverein Luzerner Sinfonieorchester sowie an weitere Nutzer finanziert.

Architektur-Wettbewerb und Gewinner:

Im Dezember 2016 wurde ein Architektur-Wettbewerb nach SIA durchgeführt. Eine Jury bestehend aus anerkannten Fachpersonen sowie Vertretern der Bauherrschaft und der Gemeinde Kriens wählte einstimmig das Luzerner Büro Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG.

Terminplan:

Bis im Herbst 2017 soll das Bau-Projekt im Detail ausgearbeitet werden, die Baueingabe soll bis Ende 2017 erfolgen. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2018 vorgesehen, Bauende ist vorgesehen im Frühsommer 2019.

Lage:

Als Standort für das Probenhaus ist eine freistehende Parzelle vor dem Süpol an der Arsenalstrasse in Kriens vorgesehen. Mit der Stadt Luzern und der Stockwerkeigentümergemeinschaft Südpol laufen gegenwärtig Verhandlungen betreffend den Baurechtsvertrag.

situationsplan-probenhaus

Häufig gestellte Fragen:

1. Wieso kann das Orchester nicht weiterhin im Probenraum des KKL Luzern proben?
Aus qualitativer Sicht ist der Proberaum im KKL Luzern ungeeignet. Alleine das Volumen entspricht nur einem Drittel der akustisch notwendigen Kubatur. Bei grosser Besetzung ist die Luft nach einer halben Stunde stark beeinträchtigt; künstlerisch sind die Resultate nur bedingt brauchbar (Thema: Klangbalance, Klangfarbe). Die Lärmschutzfrage ist ebenfalls ein sehr heikles Thema. Der Probenraum im KKL Luzern steht uns zudem nur für Konzertproben zur Verfügung.

2. Wieso kann das Orchester nicht im Luzerner Theater proben?
Das Luzerner Theater kann uns für Konzertproben keinen genügend grossen Saal anbieten, selbst für die «Orchesterallein» Proben (sog. OAs) haben wir je nach Repertoire Schwierigkeiten, diese in den Theater-Räumlichkeiten im Südpol durchzuführen.

3. Wieso kann das Orchester nicht im Neubau der Musikhochschule proben?
Diese Frage wurde eingehend geprüft. Dispositionell könnten wir nicht genügend Termine sicherstellen, um das Grundproblem eines fehlenden, adäquaten Raums zu lösen, da aus dem internen Betrieb der Musikhochschule bereits ein hoher zeitlicher Anspruch auf den grossen Saal resultiert. Zudem würden durch so eine Lösung vier gewichtige Problemkreise ungelöst bleiben:

  • Übungsräume für die Musiker würden weiterhin fehlen.
  • Ein «Orchesterzentrum» würde nach wie vor nicht bestehen.
  • Das Programm für Kinder – und Jugendprogramm hätte keinen eigenen Raum
  • Weitere Ensembles könnten ebenfalls nicht ihr Problem fehlender Proberäume lösen.

Fazit:

Partielle respektive kombinierte Lösungen für die bestehenden Hauptprobleme (Orchesterprobenraum, Übungsräume, Educationraum, Orchesterzentrum; Heimstätte für die Musiker etc.) haben wir in den letzten zehn Jahren nicht finden können. Einer oder mehrere der Hauptparamater waren jeweils unerfüllt oder suboptimal (Akustik, Verfügbarkeit, Lage und Nähe zu Kunstbetrieben, Kosten usw.). Die nun vorliegende Lösung erfüllt nicht nur alle Voraussetzungen. Aus der Kombination der einzelnen Elemente wächst die Stärke des Projektes, vereint an einem Ort wird es erst zum richtigen «Wurf»; nämlich dort, wo für die nächsten Generationen ein Musikcluster in der Stadt Luzern heranwächst. Gerade dies rechtfertigt auch den Bau in nächster Nähe der neuen Musikhochschule, wo ein Kammermusiksaal gebaut wird (der nicht mit einer sinfonischen Akustik gleichgesetzt werden kann). Also nicht «trotz», sondern gerade «deswegen»!